Igelkinder suchen Unterkunft (Kost und Logis) für den anstehenden Winter

Igelkinder suchen Unterkunft (Kost und Logis) für den anstehenden Winter

Wir brauchen Unterstützung bei der Unterbringung und Versorgung unserer Igelfindlinge

Aktuell werden insbesondere viele Jungigel gefunden. Nicht alle brauchen menschliche Hilfe. Doch diesen Herbst scheint es eine zunehmende Zahl von hilfebedürftigen Igeln zu geben. Die vorhandenen Kapazitäten im Tierheim und den privaten Igelpflegestellen reichen nicht mehr aus. Nicht alle Finder sind in der Lage oder Willens, einen Igel in häuslicher Pflege zu überwintern.

Deshalb die Bitte: wer ist nach Einweisung in der Lage, einem kleinen Igel (der selbstverständlich entfloht und entwurmt ist) über den Winter zu helfen, damit er im Frühjahr gesund in einen geeigneten Lebensraum entlassen werden kann. Bei Interesse bitte melden: Tierheim Hildesheim   Telefonnr. 05121 – 957570  oder Igelschutz Hildesheim bzw. unter Telefonnr. 05123 – 1317.

Warum aktuell so viele Igelfindlinge?

Der Sommer 2026 war wieder einmal extrem heiß und trocken. Trotzdem haben viele Igelinnen Nachwuchs bekommen. Die Jungen sind meist im August oder September zur Welt gekommen. Nach ca. 6 Wochen Säugezeit machen sie sich jetzt auf den Weg in ein eigenständiges Leben. Manchmal ist die Kinderzeit noch früher zu Ende, weil die Mutter nicht mehr verfügbar ist. D. h. überfahren wurde, an Entkräftung gestorben oder aus anderen Gründen ausgefallen ist. Jetzt Mitte Oktober sind also Jungigel unterwegs, die gerade einmal 6 Wochen alt sind und nur 100 – 200 g wiegen.

Der Start in ein eigenständiges Leben ist teilweise sehr beschwerlich, weil Lebensraum und Nahrung nicht ausreichen. Gerade jetzt ab Mitte Oktober wird die natürliche Nahrung – Käfer, Insektenlarven, Asseln usw, noch einmal deutlich knapper – als das ohnehin schon der Fall ist. Auch die Igelmütter sind durch nicht ausreichende Nahrung und die kräftezehrende Jungenaufzucht geschwächt oder sind sogar gestorben. Auch geschwächte Igel sind in diesem Fall auf menschliche Hilfe angewiesen.

Kurzum, die jetzt am Tag gesichteten kleinen Igelkinder haben es schwer, für den Winter noch ausreichend Gewicht zu erreichen, damit sie den Winter überleben können.

Zunächst einmal: Igelkinder sollten jetzt – Mitte Oktober mind. 400 g auf die Waage bringen, Igel, die deutlich darunter liegen oder gar nur ca. 100/150 g wiegen, haben kaum eine Chance den Winter zu erleben geschweige denn zu überleben.

Was ist zu tun:

Wer einen Garten hat, in dem kleine Igel mit oder ohne Mutter gesichtet werden, kann ihnen durch Zufütterung helfen. Geeignet sind insbesondere hochwertiges Katzennassfutter (mind. 60 % Fleischanteil), durchgegartes ungewürztes Rührei. Obst, Gemüse, Getreide, Milchprodukte sind kein geeignetes Igelfutter, sondern schädlich für den Insektenfresser Igel.

Eine regelmäßige Gewichtskontrolle ist nötig. Wenn die kleinen Igel nicht zunehmen, sollte eingegriffen werden.

Igel (unabhängig ob erwachsen oder jung) die geschwächt sind (torkeln, auf der Seite liegen), Verletzungen haben oder gar mit Fliegeneiern oder Fliegenmaden befallen sind, brauchen immer fachmännische Hilfe. Also sichern und eine sachkundige Stelle kontaktieren. Adressen u. a. auf der Homepage vom Igelschutz Hildesheim www.igelhildesheim.de.

Igelkinder, die deutlich unter 250 g wiegen, werden auch bei Zufütterung wahrscheinlich nicht mehr ausreichend Gewicht für ein Überleben erreichen können. Auch diese Igel brauchen Hilfe.

Sehr kleine Igel, ggf. mit noch hellen Erstlingsstacheln und noch geschlossenen Augen und Ohren, die außerhalb eines Nestes auffallen, sind ohne sofortige sachkundige Hilfe verloren.

Hinweise zur häuslichen Überwinterung von hilfebedürftigen Igeln

Die Igelpfleglinge brauchen einen ausreichend großen und gesicherten Auslauf (mind. 1 m²) bei Zimmertemperatur und mit Tageslicht, ein Schlafhaus und Wasser sowie geeignetes Futter. Eine tägliche Reinigung des Auslaufs und täglich frisches Futter und Wasser sind notwendig. Als Basisfutter eignet sich (hochwertiges) Katzendosenfutter (möglichst ohne Soße oder Gelee) mit einem Fleischanteil von mindestens 60 %. Als Ergänzungsfutter kommen unterschiedliche Fleischarten oder Fisch (gegart) oder Rührei (ungewürzt) in Frage. Das Mischungsverhältnis sollte 50/50 betragen. Zur Bereicherung des Futterangebots bzw. als Topping können auch getrocknete Insekten oder deren Entwicklungsstadien (z. B. Soldatenfliegenlarven ) angeboten werden (ersetzen nicht das Basis- oder Ergänzungsfutter).

Bei Krankheitsanzeichen (z. B. Gewichtsabnahme) ist tierärztliche Hilfe einzuholen.

Für den arteigenen Winterschlaf ist ein kühler geschützter Ort erforderlich.

Weiterführende Informationen u. a. auf der Homepage von Igelschutz Hildesheim www.igelhildesheim.de.

Nachfolgend Raster zur Beurteilung, ob ein Igel Hilfe braucht